Aufführungen der Mülheimer Märchenspieler im Advent 2012
Arielle, jüngste Tochter von König Triton, Herrscher über das Meeresvolk, ist mit ihrem Leben im Meer unzufrieden. Sie sehnt sich danach, einmal ein Mensch zu sein und gerät mit ihrem Vater oft in Streitereien über diese „barbarischen Fischfresser“.
Häufig muss Hummer Sebastian der unternehmungslustigen Arielle und ihren Freunden Flippi und Floppi, zwei Delfinen, nachspionieren, um zu gewährleisten, dass Arielle nicht entgegen den Anweisungen ihres Vaters zur Meeresoberfläche schwimmt.
Von allen unbemerkt beobachtet die Meereshexe Hydra das Treiben von Arielle und ihren Freunden und sieht in ihr die perfekte Chance, um die Macht im Reiche König Tritons an sich zu reißen.
Eines Abends beobachten Arielle und Flippi an der Oberfläche ein Feuerwerk zu Ehren des Prinzen Eric, der seinen Geburtstag auf einem Schiff feiert. Zu seinem Unglück gerät das Schiff in einen Sturm und Eric wird von Bord geschwemmt. Arielle kommt ihm zu Hilfe und verliebt sich in den Prinzen. Als dieser jedoch erwacht, verschwindet sie und Eric hat keine Erinnerung an sie, außer an ihren wunderschönen Gesang.
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| Szenenfotos Probe am 21.10.2012 |
Nun sieht Hydra ihre Chance gekommen und verspricht, Arielle für drei Tage in einen Menschen zu verwandeln. In diesen drei Tagen muss sie von Eric den Kuss der wahren Liebe erhalten, dann kann sie für immer ein Mensch bleiben. Schafft sie es nicht, verwandelt sie sich wieder in eine Meerjungfrau und ihre Seele gehört Hydra. Als „Bezahlung“ erhält die Hexe ihre Stimme, da sie weiß, dass Eric Arielle nur an ihrer Stimme erkennen kann.
Wie von Hydra geplant, kann Eric nicht ergründen, wer das schöne Mädchen ist und wo sie herkommt. Arglistig geht sie als Prinzessin Vanessa an Land und betört Eric mit Arielles Stimme. Eric glaubt, in Vanessa seine Lebensretterin gefunden zu haben, und die Hochzeit wird für den Abend festgelegt, an dem Arielles Arrangement mit Hydra ausläuft.
Im weiteren Verlauf weicht die Bühnenfassung nun von der Fassung des Filmklassikers aus den Disney-Studios ab, an dessen Vorlage sie sich bis dahin weitestgehend gehalten hat.
Beiden Versionen ist jedoch ein glückliches Ende – ein Happy-End – beschieden, so wie es sich für ein Märchen eigentlich auch gehört.
In der Originalfassung des Stoffs jedoch, die der dänische Kinderbuchautor Hans-Christian Andersen unter dem Titel „Die kleine Meerjungfrau“ 1837 erstmals veröffentlichte, ist das allerdings ganz anders:
In dem Stoff, der auf der Sage der „Undine“ basiert, heiratet der Prinz die ‚falsche’ Prinzessin und verurteilt Arielle damit dazu, ihre unsterbliche Seele zu verlieren und sich in Schaum auf dem Meer zu verwandeln. Den Rat ihrer Schwestern, den Prinzen zu töten, um damit ihre eigene Seele zu retten, kann Arielle nicht befolgen, sie springt ins Wasser, stirbt und löst sich in Schaum auf. Ihre Seele jedoch verwandelt sich in einen Luftgeist. So kann sie auch zukünftig ‚am ewigen Glück’ der Menschen teilhaben.
Auf der Märchenbühne bleibt uns dieses dramatische Ende erfreulicherweise erspart. Arielle heiratet ihren Prinzen und zum guten Ende versöhnt sich auch noch Arielles Vater, der Meereskönig Triton, mit den „Fischfressern“.
Dem Autor Jan Bodinus ist mit „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ eine fesselnde, spritzige und mitreißende Bühnenadaption eines nicht nur durch die Disney-Verfilmung weltberühmten Stoffes gelungen.
Die Aufführungen finden statt in der Kurfürstenhalle Mülheim-Kärlich am
